Alarmierender Weckruf
TwinOxide International B.V. sagt: Trinkwasser muss bezahlbar bleiben! Ist das Wasser gesund, dann sind die Menschen gesund!
Trinkwasser in Südafrika ist an vielen Orten verseucht
https://netzfrauen.org/2013/11/16/profitgier-nestl-hat-wassernutzungsrechte-erworben-und-laesst-fabriken-bewachen-und-einzaeunen/
Wasser: Nestlé hat Wassernutzungsrechte erworben und lässt Fabriken bewachen und einzäunen!
Das Recht auf Wasser ist ein Menschenrecht! Doch Nestlé-Verwaltungsratschef Peter Brabeck macht kein Geheimnis daraus, dass Wasser in seinen Augen kein öffentliches Gut sein sollte, sondern auch einen Marktwert wie jedes andere Lebensmittel benötige.
In Algerien hat Nestlé die Wassernutzungsrechte erworben und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft. Während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat.
Das Geschäft mit dem Wasser
Experten gehen davon aus, dass der Mensch zum Trinken, Kochen und Waschen rund 20 Liter am Tag braucht. Sehr sparsam verwendet würden auch zehn Liter reichen. In Regionen mit Wassermangel müssen Bewohner mit gerade einmal fünf Liter auskommen. Da Trinkwasser schon jetzt ein knappes Gut ist, lockt es eine Reihe von Geschäftemachern an. Einer der größten, umtriebigsten und umstrittensten ist Nestlé.
Sogar in China hat man nun festgestellt, das die ursprüngliche Auswahl von zehn auf drei Besitzer geschrumpft ist – Nestlé, Danone und Coca Cola.
Sechs Milliarden Euro verdienen die Schweizer mit ihren weltweit 73 Wassermarken. Die bekannteste heißt „Pure Life“ und wird vor allem in Entwicklungs- und Schwellenländern verkauft. 34,6 Liter Flaschenwasser werden weltweit pro Kopf und Jahr getrunken. Tendenz stark steigend. Der Verbrauch variiert allerdings von Region zu Region: Mexikaner trinken jährlich 201 Liter, Deutsche 135 Liter und Chinesen 21 Liter. Der Clou für die Wasserhändler: Der Rohstoff ist spottbillig, die Weiterverarbeitung einfach, der Verkaufswert hoch. In Nigeria ist ein Liter Wasser teurer als ein Liter Benzin.‘
Führungspersönlichkeiten aus aller Welt versammelten sich in Stockholm vom 1. bis zum 6. September 2013 zur 23. Weltwasserwoche, die zu einer verstärkten Zusammenarbeit für Wasser aufrief. Einer der Hauptsponsoren ist natürlich Nestlé neben PepsiCo und dem WWF.
Seit einigen Jahren kaufen Firmen wie Nestlé und Coca-Cola auch in Brasilien Gebiete auf, die reich an Wasserquellen sind. Dieses wichtige Problem wurde hauptsächlich durch eine Bürgerbewegung publik gemacht, die gegründet worden war, um die Wasserquellen eines sehr bekannten Ortes in Brasilien zu verteidigen – dem Wasserpark von São Lourenço.
Von der Öffentlichkeit fast unbemerkt ist der Privatisierung der weltweit wichtigsten Ressource Wasser Tür und Tor geöffnet worden und längst bemächtigen sich Wirtschaftsunternehmen der immer knapper werdenden Ressource. Das Geschäft mit dem Wasser ist in vollem Gange. Wasser ist das wichtigste Gut auf unserer Erde. Wasser ist durch nichts in der Welt zu ersetzen. Ohne Wasser ist keinerlei Leben möglich.
Wasser ist eine absolut unabdingbare Lebensgrundlage für Menschen, Tiere und Pflanzen. Wir sind zwingend auf Wasser angewiesen und in letzter Konsequenz müssen wir jeden Preis bezahlen. Mit anderen Worten: Wir sind erpressbar. Das sollte sich jeder ganz eindringlich vor Augen führen.
„Was für die einen zum Schicksal und Verhängnis wird, ist für die Anderen eine Goldgrube, die immer höhere Gewinne durch Verknappung verspricht.“
Geschäfte mit Wasser – die gewissenlose Gier globaler Profiteure
Wasser wurde von wenigen und mächtigen globalen Interessengruppen zum Handelsgut erklärt. Unternehmen machen exorbitante Gewinne mit Wasser, das sie sich fast kostenlos aneignen und dann mit hohen Margen verkaufen. Bevor die meisten Menschen überhaupt nur ansatzweise bemerken, was passiert, gelangt die Ressource Wasser in den Besitz weniger Großkonzerne.
Gewissenlose Gier globaler Profiteure zu deren Geschäftsgebaren u. a. auch gehört, sich Wasserquellen, Bohrrechte und Wassereinzugsrechte zu sichern. Eine Handvoll Konzerne versucht, „das blaue Gold“ unter sich aufzuteilen. Zukünftige Konflikte werden nicht mehr um Öl geführt werden, sondern um Wasser.
Je schlechter der Zustand der jeweiligen kommunalen Trinkwasserversorgung, je verschmutzter das Wasser, desto höher der Umsatz der Konzerne
Während die Weltbevölkerung zügig ansteigt, wird sauberes Wasser immer mehr zu einer Mangelware und gierige Lebensmittelkonzerne profitieren schamlos von der steigenden Knappheit an sauberem Wasser, insbesondere in den Entwicklungsländern. Ein Bombengeschäft für Lebensmittel-Multis auf Kosten der Armen und Ärmsten. Vor allem in Ländern des Südens fehlt der Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch so transparent die Handelsware, so undurchsichtig scheinen die Geschäftsgebaren.
Weltweit floriert das Geschäft mit dem Trinkwasser aus der Flasche. Die Umsätze mit abgefülltem Wasser erzielen exorbitante Milliardenbeträge.
In Algerien hat Nestlé die Wassernutzungsrechte erworben und lässt die Fabriken bewachen und einzäunen. In Pakistan das Gleiche. In diesen Ländern wird das Wasser angezapft und für viel Geld in Plastikflaschen wieder verkauft. Während die Bevölkerung keinen Zugang mehr zu diesem Wasser hat. Eine Schande!!
Flow – Wasser ist Leben
Wasser bedeutet Leben. Doch nach neuesten Studien leiden mehr als 30% der Menschheit unter den Folgen der Wasserknappheit. Jeden Tag sterben 4000 Kinder weltweit an Krankheiten, die durch Wasserverschmutzung hervorgerufen werden. Durch die Privatisierung der natürlichen Wasserquellen durch internationale Großkonzerne wird diese Situation noch weiter verschärft. Darf Wasser zum Privileg der Reichen werden? Wer den Zugang zum Wasser kontrolliert, hat den Zugang zur Macht, schreibt die Süddeutsche Zeitung. Genau diese These unterstreicht die preisgekrönte Regisseurin Irena Salina in ihrem eindringlichen Film. Fünf Jahre lang haben sie ihre Reisen rund um den Globus geführt, um die Entwicklung und die Auswirkungen der „Wasserarmut“ zu dokumentieren. Das Ergebnis ist ein alarmierender Weckruf, der den Blick auf den Umgang mit der wichtigsten Ressource des Menschen verändern wird.
Nestlés Wasserpolitik auch in Südafrika am Pranger
Arbeiter einer Wasser-Abfüllanlagen packen im ARD-«Weltspiegel» aus. Ein Milliardengeschäft von Nestlé steht im Zwielicht.
upg. Eine Reportage des ARD-Weltspiegels vor Ort in Südafrika bestätigt die Kritik der Schweizer Dokumentarfilm-Autoren Res Gehriger und Urs Schnell über Nestlés Wasserpolitik in Pakistan. Ihr Kino- und Fernsehfilm hiess «Bottled Life». In Südafrika und anderswo in der Welt nennt der Nestlé-Konzern sein abgefülltes Trinkwasser «Pure Life». Doch die Menschen, deren Wasser Nestlé vermarktet, können sich das «Reine Leben» nicht leisten, denn es ist viel zu teuer. Ihnen bleibt nur verseuchtes, krank machendes Wasser, obwohl die Uno Wasser zu einem Menschenrecht erklärt hat. Das Folgende ist die schriftliche Version des ARD-Journalisten Christian Jentzsch. Noch besser: Sie schauen sich die ARD-Reportage vom 5. Mai 2013 original an.
DIE RECHTE AUF DIE QUELLE BESITZT NESTLÉ
Christian Jentzsch, Pretoria. Nicht weit von Pretoria liegt die Quelle von Doornkloof- seit 2011 wirtschaftlich genutzt von Nestlé. 282.000 Liter Wasser werden täglich in Flaschen abgefüllt und abtransportiert. Abgepackt unter blauen Planen heisst es nun Pure Life. Doch hier kann sich das «Reine Leben» niemand leisten, denn es ist viel zu teuer.
Von der Nestlé-Fabrik, kommen zwei Männer auf uns zu. Sie erzählen, dass sie dort arbeiten. «Sehen sie», erklärt der eine, «Flaschen mit beschädigtem Etikett dürfen wir schon mal mitnehmen». Aber sie selbst, hätten kein fliessendes Wasser zuhause. Es sei gar nicht weit – drüben am Ende des Tunnels.
Dort, nur einen Steinwurf von der Fabrik entfernt, leben sie – inmitten von Ratten, Müll und Toiletten – ohne Wasseranschluss, wie die ganze Siedlung. Hier lernen wir Lawrence kennen, auch er arbeitet in der Nestlé-Wasserfabrik.
Lawrence:
«Die Schicht fängt morgens um sechs an und dauert zwölf Stunden, mittags gibt es fünfzehn Minuten Pause. Eine Kantine, die gibt es nicht. Das Essen müssen wir selbst mitbringen, aber man kann umsonst Nestlé Eiskrem bekommen. Zum Trinken? Nur zwei Flaschen - mit je einem halben Liter Wasser pro Tag. Die könnte ich natürlich bei der Arbeit trinken, aber oft hebe ich eine der beiden Flaschen auf - für die Kinder zuhause.»
Im Laden ist es für sie unbezahlbar. Und so trinken sie - wie Champagner - das gleiche Wasser, das ein paar hundert Meter entfernt unter ihrem heimatlichen Boden fliesst, abgefüllt vom Schweizer Grosskonzern.
Wie kann es sein, dass Menschen so nah an einer Quelle leben und selbst von Wasser abgeschnitten sind? Im zuständigen Ministerium in Pretoria heisst es, man wolle vor allem Wachstum fördern, das käme dann doch irgendwann allen zugute. Wir wollen wissen, ob Nestlé in den letzten zwei Jahren schon einmal kontrolliert wurde, seitdem sie dort das Wasser entnehmen?
Deborah Mochotli, Minstery for Water Affairs:
«Noch nicht, denn wissen sie, ihre Lizenz für das Wasser ist ja ziemlich neu. Da gibt es andere, die früher genehmigt wurden, da müssen wir uns zunächst drum kümmern. Ehrlich gesagt, wir wissen gar nicht, ob sie überhaupt schon mit dem Abpumpen der Ressource angefangen haben.»
Die Lizenz für das Pure Life Wasser läuft noch zwanzig Jahre. Nicht unwahrscheinlich also, dass die Menschen hier mindestens solange darauf warten müssen, bis auch sie endlich freien Zugang zu sauberem Trinkwasser bekommen.
Gleichzeitig vergibt die Regierung Südafrikas immer neue Wasserlizenzen – auch an andere Industrien. Der Farmer Koos Pretorious führt uns an den Stadtrand von Carolina, einer 30.000 Einwohner-Gemeinde. Dort sehen wir das Ergebnis. Weite Teile des Grundwassers werden vom Abwasser einer Mine verseucht. Die Chemiebrühe fliesst direkt in die Trinkwasserversorgung der Stadt, belastet mit Aluminium, Mangan, Eisen und Sulfaten.
Koos Pretorious, Farmer und Umweltschützer:
«Ich messe jetzt den PH-Wert des Wassers. Für Trinkwasser dürfte er nicht unter 5,5 liegen. 3,7 … 3,6. Das ist reine Säure. Wie direkt aus einer Batterie. Da haben wir Minengesellschaften, die kommen und verseuchen das Wasser. Dann kommen Flaschenwasserhersteller, die sagen: wir wollen das beste Wasser. Was ist dann noch übrig für uns, die Menschen?»
Im Supermarkt der Stadt werden wir fündig. Es gibt noch sauberes Wasser. Pure Life von Nestlé! Angepriesen als «Water you can trust», das Wasser dem Du vertrauen kannst. So wird offensichtlich versucht Kapital daraus zu schlagen, dass das öffentliche Wasser nicht mehr sicher ist. Koos glaubt, die Trinkwasserkonzerne hätten kein Interesse daran, dass sich die Situation ändert. Er führt uns zu einer Moschee, die kostenlos gereinigtes Wasser verteilt an die Armen.
Koos Pretorious, Farmer und Umweltschützer:
«Das ist einer von zwei Orten an denen es Wasser gibt, für über 12’000 Menschen, die das belastete Leitungswasser nicht trinken wollen.»
Und so sind sie gekommen, meist Kinder, teils über Kilometer - um anzustehen für etwas sauberes Wasser, wie an einer Tankstelle des Lebens.
Das teure Wasser aus dem Supermarkt können sich ihre Familien nicht leisten, oft sind ihre Eltern arbeitslos oder an AIDS erkrankt.
Junges Mädchen:
«Das Leitungswasser macht das mit uns, siehst Du hier im Gesicht! Ich bekomme Ausschlag. Jeder wird krank davon, wir bekommen ständig Durchfall. Wir können das Leitungswasser nicht trinken, es ist ungesund! Alle Kinder bekommen ihr Wasser hier.»
Zurück bei Lawrence, dem Nestlé-Arbeiter ohne eigenen Wasseranschluss. Von einer Wasserstelle schleppt er so viel er tragen kann in ihre Hütte. Seine Kinder sind durstig. Er hat noch eine Bitte – und lässt sie für uns übersetzen.
Dolmetscher:
«Er schlägt vor, ob eventuell die Nestlé-Firma Wasser spenden könnte, oder ob es möglich wäre, dass man für die Gemeinde vielleicht eine Leitung mit dem sauberen Wasser von der Fabrik hier herüber legen könnte. Er findet es nicht richtig, dass die Regierung Nestlé die Lizenz für das gute Wasser gegeben hat, denn sie haben nur dieses hier. Das können sie manchmal gar nicht trinken, weil es Probleme mit dem Magen macht und der Verdauung. Deshalb macht ihn das nicht glücklich!»
Durch den Tunnel geht es zurück auf die andere Seite des Highways. Hier gibt es einen kleinen Wasserhahn, nicht weit von der Nestlé-Abfüllfabrik. Der Konzern gibt sich grosszügig – ein paar Tropfen für 3000 Menschen. Im Hintergrund - das Werk für Hunderte Millionen Liter von Pure Life.
Lawrence, der Nestlé-Arbeiter, hat heute Nachtschicht. Zwölf Stunden lang, bis in den nächsten Morgen - wird er es wieder in Flaschen abfüllen – «das reine Leben»!
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ARD-Reportage vom 5. Mai 2013 über Nestlés Wasserpolitik in Südafrika.
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